Da sind sie nun, direkt vor unseren Füßen: 365 mögliche Versuche neue Chancen effektiver zu nutzen, alte oder neue Rituale bewusster zu zelebrieren oder endlich das eine kleine Laster aus der Hand oder oder aus dem Kopf zu verbannen.

Jemand eine Diät geplant? Das Rauchen aufgeben? Vielleicht die Karriere ankurbeln?

Ich definitiv NICHT!!!

Warum und wozu?

Viele machen sich tagtäglich so verdammt unnötig Gedanken um bullshit: die 5kg zuviel (sind sie zuviel?…), die(un)reine Haut, das (un)gefüllte Portemonnaie, die (vermeintlichen)Trends, das (aller)neueste Smartphone… Ich finde dieses „Much do about nothing“-Gehabe in vielen Teilen einfach nur dumm und kann es nicht nachvollziehen. Wie sagt man: “ Wieso sind Menschen eigentlich immer nur mit ihrem Aussehen (ich erweitere: Auto,Haus,Urlaub,gesellschaftlichem Stand,Wohnort,Freundeskreis,etc) unzufrieden und nie mit ihrem Hirn?“…

Das lasse ich mal so stehen, ohne weiteren Kommentar… Frei zur Interpretation!!!

Wahrscheinlich stehen viele „Gutvorsätzler“, nicht einmal 24h nach dem Jahreswechsel, eh schon vor den Trümmern ihrer persönlichen Losung für 2017, also warum nicht gleich den Kehrbesen zur Hand nehmen und in den möglicherweise aufzufegenden Scherben ein Funkeln, etwas Schönes,etwas Unbekanntes zu suchen und zu entdecken.

Ob das bei Selbstachtung anfängt und bei der neutralen Betrachtung von Sachverhalten endet, oder ob Ihr Euch langgehüteten Projekten, neuen Erfahrungen, Reisen oder einfach Euch Selbst oder Euren Liebsten hingebt, ich wünsche Euch ein Jahr, das Euch Authentizität ausstrahlen lässt. Das Euch Stärke schenkt und Glücksmomente erleben lässt und das Euch, an welchem Punkt auch immer packt, um dann ungeplant völlig beseelt von einer Begegnung, einer Erfahrung oder einfach nur dem Erleben eines Moments wachsen lässt.

Neue Herausforderungen – neue Erfahrungen.. Den Hunger, die Lust auf etwas Neues wecken und befriedigen. Zwanglos, selbstbestimmt, erfüllend!

Los geht’s bei mir in diesem Jahr mit einem Rezept für Bomboloni. Hinter dem Namen verbergen sich knusprige Hefeteilchen, die im tiefen Fett ausgebacken werden. Süße Italiener sind sie, die Bomboloni, und möchte man einen Vergleich anstellen, dann trifft es in Deutschland Berliner, Krapfen oder Pfannkuchen ziemlich genau. Regional unterschiedlich, aber der Jahreszeit entsprechend, zwischen Silvester und Karneval zu genießen.

In Italien füllt man die Bomboloni alla crema pasticcera, also vorzugsweise mit einer Art Konditorcrème (pastry cream), ab und an aber auch mit Mascarpone oder Käse.

Mein Rezept ist eher klassisch, in der Wahl der Füllung aber variabel. Es gibt auch italienische Varianten, die weder vor Nutella oder anderem Junkfood als Füllung halt machen. Es gilt wie immer: Jeder nach seinem Geschmack!

Die Bomboloni können auch mit einem Fruchtaufstrich gefüllt werden, dann ist der Geschmack sehr ähnlich dem eines Berliners. Exzellent auch mit diversen Curds zu füllen… Probiert einfach aus…

Und an alle, die nochmal kurz an Ihren eventuellen Diätvorsatz denken: Jetzt ist der Zeitpunkt das Vorhaben im hohen Bogen über Bord zu werfen! Genuss ist kein Verzicht; weder möchte ich, das sich eine Person verpflichtet fühlt alle im Rezept genannten Portionen Bomboloni alleine zu verdrücken (darf man aber auch- auch solche Momente kann es geben 😉 ) noch jeden Tag drei zu verdrücken. Die Balance von Gut und Böse bei der Auswahl an Menge und Genuß frittierter Speisen trifft bitte JEDER für sich… Ich liebe solche Gebäckteilchen, ab und an und dann mit vollstem Genuß… wie gesagt: Ohne Vorsätze lebt es sich allemal befreiter!

Also, in die Küchen und an die Schüsseln. Aber bitte für dieses Rezept Zeit einplanen: Der Hefeteig fordert Zeit und Aufmerksamkeit. Aber es lohnt sich!

Bomboloni (für 24 Gebäckteilchen)

für den Teig

  • 1Päckchen Trockenbackhefe
  • 500g Mehl (zur Hälfte Type 550; der Rest Type 405)
  • 4 Eier
  • 2 Eigelb
  • 1Msp. gemahlene Bourbonvanille
  • 80g Zucker
  • 100g gesalzene Butter
  • der Abrieb einer Orange, Zitrone, Mandarine oder Limette (je nach Füllung); hier: Orange
  • ca. 100ml lauwarmes Wasser
  • 1,5l neutrales Pflanzenöl für den Frittiervorgang
  • Zucker zum Bestäuben der Bomboloni
  • Mehl zum Ausrollen des Teigs
  • Nudelholz
  • Servierring oder Glas zum Ausstechen der Bomboloni
  • Schöpfkelle
  • Marinierspritze
  • Küchentücher zum Abtropfen des überschüssigen Fetts

für die crema pasticcera (die Füllung)

  • 500ml Vollmilch
  • 40g Mondamin
  • 100g Zucker
  • 4 Eigelb
  • gemahlene Bourbonvanille
  • 1 EL Rum

Zubereitung

Für den Hefeteig gebt Ihr Mehl, Trockenbackhefe, die Eier, die zimmerwarme Butter, den Zucker, die Vanille sowie den Abrieb der Zitrusfrucht in die Rührschüssel der Küchenmaschine. Fügt nun das handwarme Wasser hinzu und lasst den Teig langsam für mindestens 10 Minuten durchkneten.

Füllt den Teig in ein ausreichend großes Gefäß um, bedeckt dieses und lasst den Hefeteig an einem warmen, zugluftfreien Ort ca.2 Stunden gehen, bis er sich verdreifacht hat.

Kocht in der Zwischenzeit die crema pasticcera. Messt dafür 250ml Milch ab und erhitzt diese unter Rühren mit Mondamin und 50g des Zuckers. In einer Schüssel vermengt Ihr die restlichen 250ml der Milch mit 4 Eigelb, 50g Zucker und der Vanille. Mithilfe eines Mixers schlagt Ihr die Masse in der Schüssel schaumig auf. Diese schaumige Milch-Ei-Masse fügt Ihr anschließend zur Milch-Mondamin-Mischung im Topf. Erhitzt nun ein Wasserbad, auf dem Ihr den Topf mit Eurer Masse im leicht siedenden Wasser platziert. Nun werdet Ihr die Masse mit einem Rührbesen einige Minuten fleißig schlagen müssen, damit eine dickliche, cremige, aber dennoch luftige crema entsteht. Ihr merkt am Widerstand des Rührbesens wann dies der Fall ist. Stellt den Topf mit der crema zur Seite und lasst diese vollständig erkalten. Rührt eventuel ab und an einmal um, damit sich keine Haut bildet.

Nehmt nun den Hefeteig aus der Schüssel und knetet Ihn von Hand einmal durch, bevor Ihr ihn auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ca.1/2-1cm dick ausrollt. Stecht mit einem Anrichtering 24 Kreise aus und lasst diese abgedeckt auf einem Blech noch einmal 1,5 Stunden gehen. Auch diese Teiglinge sollten sich erneut verdreifachen. Wieder gilt: Warm sollen sie es haben und keine Zugluft spüren…

Erhitzt dann in einem großen Topf mindestetens 1,5l Pflanzenöl. Zum Frittieren geeignet ist das Öl, wenn an einem Holzkochlöffelstiel, den man in den Kochtopf hält, Blasen aufsteigen. Lasst dann 3-4 Bomboloni zeitgleich ausfrittieren, bei mir dauert dies von jeder Seite 2-3 Minuten. Nehmt die Gebäckstücke danach vorsichtig mit einer Schöpfkelle aus dem Öl, lasst die Bomboloni auf Küchenkrepp ablaufen und wendet sie noch warm in einer Schüssel mit feinem Zucker, der hinterher die crunchige Kruste bildet. Legt die Bomboloni auf eine Gitterroste. Verfahrt so weiter, bis Ihr alle Bomboloni abgebacken habt.

Vor dem Befüllen der Bomboloni ist es wichtig zu beachten, dass sowohl die frittierten Teiglinge als auch die crema komplett ausgekühlt sein müssen. Ansonsten werden die Bomboloni matschig, oder die crema fließt aus Euren Bomboloni heraus. Dafür hat man sich bis zu diesem Zeitpunkt definitiv zu viel wertvolle Arbeit gemacht, als das an dieser Stelle Ungeduld das Ergebnis zunichte machen sollte. Also gönnt Euch lieber noch eine Tasse Kaffee oder Tee, eine Limo oder whatever und startet dann mit dem Befüllen.

Zum Befüllen zieht Ihr ca.30ml der crema in eine Marinierspritze auf. Dreht die Bomboloni so, das Ihr in den hellen Ring im Teig an geeigneter Stelle hineinstecht (möglichst tief) um dann,während Ihr die Marinierspritze wieder aus dem Gebäck herauszieht, durch Druck auf die Spritze nach und nach das Gebäckstück mit crema auszuspritzen. So befüllt Ihr nach und nach alle Bomboloni.

Hübsch angerichtet oder ‚einfach auf die Faust‘ knusprig, köstlich und cremig…

Lasst es Euch schmecken!!!

Auf ein fantastisches 2017!!!

Bon appetit…

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