Month: Oktober 2015

Von der „black spooky Kikimora swiss roll’… Eine Halloweenerfahrung…

Man liebt es – oder, man hasst es… Das Brauchtum um und an Halloween. Ich gehöre eher der zweiten Kategorie an. Kategorie: Halloweenverweigerer.

Aber in diesem Jahr sollte alles anders sein. Meine Durchsetzungskraft bezüglich der Missachtung von Halloween wurde gebrochen, an einem Punkt, der mit meiner Affinität zu guter Küche und kreativem Umgang mit Lebensmitteln zu tun hat.

Da wurde mir die Idee unterbreitet zu einem ’spooky come together‘ eine Kleinigkeit in Form eines Desserts oder dergleichen beizusteuern. Ich hätte verneinen können und meine üblichen Abneigungen vortragen können, aber ich habe mich entschieden mich auf diese neue Erfahrung einzulassen und dieses Jahr Halloween in meinem Kalender zuzulassen.

Nun rückte der Termin näher und ich überlegte, welches Dessert es sein könnte. Farblich sollte es eher düster sein und den Gruselfaktor durfte ich natürlich keinesfalls außer Acht lassen…

Eine schwierige Aufgabe!

Und dann kam mir die zündende Idee: Vielleicht kennt jemand Anatoli Ljadov?!?

Der Ungar Ljadov hat 1905 eine symphonische Dichtung veröffentlicht. Sein opus 63 beschäftigt sich mit der Figur der Kikimora. Die Kikimora ist die skurile Protagonistin seiner ‚Erzählung‘ und sie verkörpert in Form eines weiblichen Poltergeists das dunkle, unheimliche, vorwiegend unsichtbare und unheilbringende Wesen, das nachts durch Gemäuer streift und Unfrieden stiftet, indem sie Spinnrocken zerstört oder Tiere stiehlt. Sie poltert und verängstigt in ihrer Erscheinung die Bewohner zusehends. Man munkelt der Anblick der Kikimora bringt demjenigen, der sie sieht, lebenslänglich Unglück…

Foto: Kate Jonez via Pinterest
Kikimora

Die Skizzen und Bilder, die die Figur der Kikimora illustrieren, stellen häufig eine hühnerbeinige Kreatur mit Entenschnabel, Kopftuch und hagerer Gestalt in einem eher lappigen Kostüm dar. Heutzutage vielleicht nicht mehr der ultimative Gruselschocker zu Halloween, dennoch mein perfekter Einstieg in’s Thema.

Während ich also den Tönen Ljadovs lauschte, kam mir die Idee zu meiner black spooky Kikimora swiss roll, indem ich überlegte, welches Dessert wirklich gerne gegessen wird und welche Farben an Halloween unverzichtbar wären. Da mein Zugang zur Nachspeise ja eine europäische Initialisierung via Ljadov und seiner Kikimora vollzog, und nicht, wie sonst üblich, amerikanische Anleihen eines komplex aufgebauschten Industriezweigs ausschlaggebend waren, fiel meine Basisentscheidung zugunsten einer swiss roll-einer Biskuitrolle.

Diese luftige Masse, die abgebacken eine so softe, süße Liebeserklärung an den Biskuit ist bildet die Grundlage meiner Kikimora. Um sie spooky und halloweentauglich zu gestalten, hat der Biskuitteig eine schwarze Färbung erhalten. Bei der Füllung, einer klassischen Vanillesahne hat rote Lebensmittelfarbe geholfen, den gewünschten gruseligen Gegenpol zum schwarzen Teig herzustellen, in die Abschnitte von sauren Haribo Spaghetti untergehoben werden. Das ausführliche Rezept für die swiss roll bekommt Ihr hier in den nächsten Tagen nachgereicht…das Bild aber jetzt schon:

Black spooky Kikimora swiss roll

Die Geschmacksknospen treffen bei der Kikimora also auf eine süße, leicht saure, vor allem aber saftige Gesamtkomposition, die ausdekoriert mit ‚ekeligem Plastikgetier'(wie schwarzen Spinnen, Mäusen oder Fledermäusen) zur Geisterstunde im Schein vieler Kerzen und mit der untermalenden Musik von Ljadov serviert, die Phantasie der kleinen und großen Naschkatzen zu beeinflussen weiß und auf einmal kann man sich vielleicht doch vorstellen, dass irgendwann und irgendwo in dunklen Nächten eine hühnerbeinige, schrullige, entengesichtige Figur ihr Unwesen treibt…BOOOOOO!

In diesem Sinne ein spooky happy halloween…

Eure Lilleby

Quiche patrie

Quiche patrie

Zutaten

für den Pumpernickelboden

  • 150g Pumpernickel
  • 150g Weizenmehl (Type 425)
  • 150g gesalzene Butter
  • 1 Eigelb
  • 2-3 EL kaltes Wasser

für die Füllung

  • 200g geputzte, in Scheiben geschnittene Rosenkohlröschen
  • 400g crème fraîche
  • ca. 80g westfälischer Knochenschinken
  • Muskatnuss plus Reibe
  • 1EL Butter
  • 1Ei
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1-2 TL Zitronensaft

für die Vin Santo-Vanille Trauben (marinieren mind.12 Stunden)

  • 10-12 kernlose Weintrauben (hell und dunkel)
  • 2 EL Vin Santo
  • 1 Messerspitze gemahlene Bourbonvanille

für die Maroni

  • 200g vorgekochte Maroni
  • etwas Puderzucker
  • Salz

für den Feldsalat

  • 80-100g Feldsalat
  • den abgegossenen Vin Santo der marinierten Weintrauben (ca 2EL)
  • 2EL neutrales Pflanzenöl
  • 1-2TL naturtrüben Apfelsaft
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

Für die Vin Santo-Vanille Trauben schneidet Ihr die Weintrauben in feine Scheiben. Diese mariniert Ihr mit einem Dressing aus 2EL Vin Santo und der gemahlenen Bourbonvanille. Stellt diese Trauben mindestens 12 Stunden in den Kühlschrank.

Für den Boden dieser Quiche benötigt Ihr Pumpernickelmehl. Um dieses herzustellen legt Ihr die Scheiben des Pumpernickels bei 200ºC Ober-und Unterhitze für ca 20 Minuten auf mittlerer Schiene in den Backofen. Lasst die Scheiben danach auskühlen. Das Brot sollte nun sehr knusprig sein.

Zerteilt die gerösteten Brotscheiben und gebt sie in einen Blitzhacker. Es ergibt sich ein Pumpernickelschrot.

Diesen Schrot gebe ich nun in eine Körnermühle, die das Pumpernickelmehl noch feiner mahlt. Wer den Boden lieber etwas kerniger mag lässt diesen Schritt aus.

Das erhaltene Pumpernickelmehl mischt Ihr mit dem Weizenmehl und knetet Butter und Ei ein. Erst zum Schluß gebt Ihr, je nach Feuchte des Teigs, das Wasser hinzu. Wickelt den Teig in Klarsichtfolie oder legt ihn in ein Gefäß mit Deckel und lasst ihn für ca.1 Stunde im Kühlschrank ruhen.

Gebt den in feine Scheiben oder Streifen geschnittenen Rosenkohl in eine Pfanne und bratet ihn in der Butter an. Leichte Röstaromen sind dieser Quichefüllung zuträglich, d.h. leicht nussbuttrige Akzente dürfen aufkommen. Schmeckt den Rosenkohl mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer ab und stellt ihn zur Seite.

Lasst nun den Knochenschinken im Backofen oder der Mikrowelle trocknen, bis er sich mit den Fingern zu Schinkenchips brechen lässt.

Füllt den Rosenkohl und die crème fraîche in einen Blitzhacker und vermengt die Zutaten zu einer feinen Masse. Bei Bedarf und nach Konsistenz gebt an dieser Stelle etwas Milch zur crème.Schlagt ein Ei in die Masse. Rührt die Schinkenchips in die Crème und schmeckt mit Salz, Pfeffer und Muskat ab.

Heizt den Backofen auf 180ºC Ober-und Unterhitze vor.

Kleidet eine gefettete Springform mit dem Pumpernickelteig aus. Achtet darauf einen Rand in der Form hochzuziehen, da sonst Teile der Crème aus der Form fließen könnten.

Gebt die Quichecrème mit Rosenkohl und Knochenschinken auf den Boden und backt die Quiche ca. 40 Minuten im Backofen. Lasst die Quiche lauwarm auskühlen.

Stellt nun das Dressing für den Feldsalat her. Gießt die Marinade der Weintrauben ab und fangt die Flüssigkeit auf. Vermengt die Vin Santo-Vanille-Marinade mit dem neutralen Pflanzenöl und dem Apfelsaft. Schmeckt das Dressing mit Salz und Pfeffer ab. Wascht, putzt und verlest den Feldsalat und nappiert ihn mit dem Dressing.

In einer Pfanne gebt Ihr Puderzucker über die Maroni (oder andere Nüsse Eurer Wahl). Lasst die Esskastanien karamellisieren und schwenkt sie in der Pfanne, bis sie schön gebräunt sind und einen knusprig-herben, dennoch leicht süßen Konterpunkt zu den marinierten Weintrauben und dem knackigen Feldsalat setzen. Ob als ganze Maroni oder als Maronibruch entscheidet Ihr.

Serviert die lauwarme Quiche portioniert mit einem Topping aus mariniertem Feldsalat sowie Scheiben der Vin Santo-Trauben und etwas Maronibruch.

Bon appetit…

P.S. …diese Quiche schmeckt einmal erkaltet und erneut lauwarm temperiert eventuell noch besser. Dabei ist aber zu beachten, dass der Knochenschinken und das in ihm enthaltene Salz dabei ihre Wirkung verstärken. Wer also vorkochen möchte, der reduziert eventuell die Menge des Knochenschinkens oder weicht auf eine mildere Schinkensorte aus…

Irish Soda Bread

Irish Soda Bread

Zutaten

  • 4 Tassen Mehl
  • 3/4 Tasse Zucker
  • etwas Salz
  • 1TL Backpulver
  • 1TL Natron
  • 1/3 Tasse natives Kokosnussöl
  • 1-11/2 Tassen getrocknete Softaprikosen
  • 2EL Rum
  • 1/2 Espressolöffel gemahlene Bourbonvanille
  • 11/2 Tassen Buttermilch
  • 3 Eier
  • Kastenbackform; wie wäre es mit dieser von Ikea: http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/90133053/
  • etwas Öl zum Einfetten

Zubereitung

Schneidet die Softaprikosen klein. Gebt sie in ein Gefäß und übergießt sie mit dem Rum. Lasst sie eine Weile ziehen (am besten über Nacht).

Heizt den Backofen auf 175ºC Ober-und Unterhitze vor.

Gebt die 4 Tassen Mehl in eine große Schüssel. Fügt den Zucker, das Salz sowie Backpulver, Natron und die Bourbonvanille hinzu. Nun vermengt Ihr mit dem flüssigen Kokosnussöl und der Buttermilch. Schlagt die Eier auf und hebt sie unter. Mixt den Teig bis er schön locker ist. Rührt jetzt die eingelegten, getrockneten Rumaprikosen unter.

Gebt den fertigen Teig in eine mit ÖL gefettete Kastenform.

Schiebt das Irish Soda Bread auf mittlerer Schiene für 45-60 Minuten in den Ofen. Denkt an die Stäbchenprobe (führt ein Holzstäbchen in das Gebäck und zieht es langsam und vorsichtig heraus, um festzustellen, ob der Teig gar ist; d.h. es befinden sich keine flüssigen Teigreste mehr am Holzstäbchen); wenn sie erfolgreich verlaufen ist, öffnet den Backofen und nehmt das fertige Brot heraus.

Lasst das Gebäck etwas auskühlen, entfernt die Kastenform und genießt das noch warme, duftige, knusprig und dennoch saftige Irish Soda Bread mit einer großen Portion homemade almond butter  http://lovelylilleby.com/?p=220 oder Eurem favorisierten Fruchtaufstrich.

Genießt dazu einen Espresso, Cappuccino oder eine Tasse Tee Eurer Wahl. Unter der Kuscheldecke, mit ein paar Kerzen und guter Musik oder einem Buch an einem grauen Tag sollte dieses Irish Soda Bread ein Soulfoodhighlight sein.

Bon appetit…

Roasted almond butter – Gebranntes Mandelmus

Roasted almond butter-Gebranntes Mandelmus

Zutaten (für ein größeres Glas)

  • Zutaten und Zubereitung der benötigten Gebrannten Mandeln siehe hier: http://lovelylilleby.com/?p=217
  • 4EL neutrales Pflanzenöl
  • gemahlene Bourbonvanille
  • etwas Salz
  • Schraubdeckelglas

Zubereitung

Die gebrannten Mandeln leicht abkühlen lassen. Gebt die Masse der gebrannten Mandeln in einen Blitzhacker. Dazu gießt Ihr 4 Esslöffel neutrales Pflanzenöl und streut die Bourbonvanille und das Salz ein. Mixt diese Zutaten im Mixer zu einer homogenen Masse und füllt sie in das Schraubglas. Dieses gebrannte Mandelmus ist der Inbegriff von ehrlichem Soulfood in der windigen, kalten Herbst- und Winterzeit. Auf einer Scheibe Irish Soda Bread …am Nachmittag zum Tee oder an einem cozy Sonntagmorgen unter der Kuscheldecke ein Fest…

Homemade roasted almonds (Gebrannte Mandeln)

Homemade roasted almonds – Gebrannte Mandeln

Zutaten

  • 180ml Wasser
  • 300g Mandelkerne
  • 300g Zucker
  • 1/2TL Zimt
  • 1TL Butter
  • Backpapier

Zubereitung

Kocht das Wasser mit Zucker und Zimt auf. Gebt die Mandelkerne hinzu und lasst die Masse unter Rühren kochen, bis die Flüssigkeit verkocht ist und sich eine Zuckerkruste auf den Mandeln bildet,  die den Mandeln einen matten Touch verleiht.

Rührt trotz der trockenen Anmutung weiter, der Zucker beginnt nun zu karamellisieren und wird wieder flüssig.

Gebt zum Abschluß den Teelöffel Butter hinzu, rührt noch einmal um und gebt die heiße Masse auf ein Backpapier.

Zerteilt die Mandelmasse mit zwei Löffeln in einzelne Portionen.

Voila, fertig sind Eure homemade roasted almonds!…

Veggie Burger (Riz de Camargue-Kidney-Patty im Brioche Burger Bun)

Veggie Burger (Riz de Camargue Patty im Brioche Burger Bun)

Zutaten

für die Brioche Burger Buns (ergibt 8 Brötchen)

  • 3EL warme Milch
  • 200ml warmes Wasser
  • ein Stückchen Hefe (eine Ecke)
  • 2 1/2 EL Zucker
  • 1 Ei
  • 425g Mehl Typ 550 (backstark)
  • 60g Mehl Typ 405
  • 1 1/2 TL Salz
  • 80g weiche Butter

für die Patties

  • 250g Riz de Camargue (roter Camargue Reis)
  • der abgetropfte Inhalt einer kleinen Dose Kidneybohnen
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 kleines Bund Petersilie (möglichst glattblättrige)
  • 2EL Zitronensaft (nach Geschmack)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 4EL Semmelbrösel
  • 1 Ei

für die Spitzkohl-Ziegenkäsecrème

  • 5-6 große Blätter des Spitzkohls (vom Strunk befreit)
  • 3EL Ziegenfrischkäse
  • 1-2EL Wasser oder Milch zum Glattrühren
  • 10 Cashewkerne
  • Chiliflocken
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwas Zitronensaft
  • 1-2EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

für die Senf-Maple-Mayo

  • 4 EL Mayonaise
  • 2EL körniger Senf
  • 1EL Ahornsirup
  • Salz

zur Dekoration der Burger

  • 2 rote Äpfel, hauchfein geschnitten; nach Geschmack frittiert
  • 1 fein geschnittene rote Zwiebel in Ringen
  • Blätter vom Romanasalat
  • Blättchen vom Baby-Mangold

Zubereitung

Beginnt mit den Patties. Kocht den Camargue-Reis in 1,5l gesalzenem Wasser ca. 35 Minuten. Gießt den Reis ab und lasst ihn etwas abkühlen. Wascht die Kidneybohnen und drückt sie mit einem Gabelrücken leicht an (das dient später der Bindung der Pattymasse).

Schneidet die Zwiebel und die Knoblauchzehen möglichst fein und vermengt Reis und Bohnen mit Zwiebel und Knoblauch. Gießt den Zitronensaft dazu und hebt die feingeschnittene Petersilie und die Semmelbrösel unter.

Würzt mit Salz und Pfeffer. Probiert an dieser Stelle, ob die Pattymasse ausreichend Würze hat. Schmeckt nun abschließend ab und hebt dann das Ei unter.

Formt aus dieser Masse 8 Patties, die Ihr abgedeckt für einige Stunden (mindestens 4 Stunden) im Kühlschrank ziehen lasst.

Nun bereitet Ihr den Hefeteig für die Brioche buns vor. Dafür löst Ihr die Hefe in der Milch auf und gebt den Zucker dazu. Fügt das warme Wasser hinzu und lasst diese Mischung circa 5 Minuten stehen. Gebt nun nach und nach die restlichen Zutaten für die Brötchen dazu und knetet den Teig mindestens 10 Minuten in der Küchenmaschine. Stellt den Teig zugedeckt an einen warmen Ort und lasst ihn eine Stunde gehen.

Danach formt Ihr 8 Brötchen aus dem Teig, die Ihr auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legt. Lasst die Buns erneut 15 Minuten gehen und heizt in dieser Zeit Euren Backofen auf 200°C vor. Stellt eine mit Wasser befüllte Schale auf den Boden des Backofens und backt die Brötchen auf mittlerer Schiene etwa 15 Minuten.

Für die Spitzkohl-Ziegenkäsecrème schneidet Ihr aus den Spitzkohlblättern Streifen, die Ihr mit dem Knoblauch in Olivenöl anbratet. Würzt den gebratenen Kohl mit Salz,Pfeffer, Chiliflocken und Zitronensaft. Füllt den gewürzten Kohl mit dem Ziegenfrischkäse mit den Cashewkernen in einen Blitzhacker, fügt etwas Wasser oder Milch hinzu und vermengt alles zu einer homogenen Masse. Schmeckt diese nach Eurem Geschmack mit Salz und Pfeffer ab.

Für die Senf-Maple-Mayo verrührt Ihr den Senf, die Mayo und den Ahornsirup miteinander. Würzt die Mayo mit Salz. Stellt diese zur Seite.

Putzt die Salate und stellt Euch diese parat. Ebenso verfahrt mit den Äpfeln, die Ihr in hauchfeine Scheiben schneidet und der Zwiebel, die Ihr in feine Ringe hobelt.

Bratet nun die Patties in Öl von beiden Seiten knusprig an. Lasst Euch Zeit, die Patties sollten nicht zu dunkel werden. Lasst die Patties nach dem Braten auf Küchenpapier abtropfen. Sie sollen ja knusprig sein und nicht durch überschüssiges Fett matschig anmuten.

Halbiert nun mit einem scharfen Messer die Brioche Burger Buns. Bestreicht Ober- und Unterseite mit etwas Senf-Maple-Mayo. Legt auf die Unterseite des Burgers 1-2 Blätter des Romanasalats. Fügt einige Blättchen des Baby-Mangolds hinzu und legt nun ein Patty auf. Bestreicht das Patty mit der Spitzkohl-Ziegenkäsecrème und dekoriert mit Apfelchips und roter Zwiebel. Wer möchte schließt mit einem Blatt Romanasalat ab und legt nun die mit der Senf-Maple-Mayo bestrichene Oberseite des Buns obenauf. Um den Transport zum Tisch zu gewährleisten stabilisiert Ihr den Burger simpel durch Zuhilfenahme eines hölzernen Schaslikspießes, den Ihr vertikal (↓) durch den Burger führt.

Ich habe hier bewußt auf den Vorschlag einer Beilage verzichtet, da mir die Portion in dieser Menge ausreichend erscheint. Nach individueller Präferenz ist die Portion selbstverständlich um klassische Pommes frites, Süßkartoffelpommes oder Wedges jeglicher Art erweiterbar…

Bon appetit…

Vegetarische Pissaladière (französischer Zwiebelkuchen)

Vegetarische Pissaladière

Zutaten

für den Teig

  • 250g Mehl
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • 2 EL Öl
  • 1 Prise Zucker
  • Salz
  • 125ml lauwarmes Wasser
  • etwas Wasser, damit der Teig schön geschmeidig wird

für den Belag

  • 6 weiße Zwiebeln (möglichst süße Sorten wählen)
  • 2 rote Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 4 Orangen
  • der Saft einer halben Zitrone
  • 2 Äpfel (z.B. Elstar)
  • ca.120g schwarze Oliven (möglichst mild)
  • 150-200g Feta
  • 200g crème legere
  • neutrales Pflanzenöl
  • 1 EL gesalzene Butter
  • Thymian
  •  einige Chilifäden
  • Pfeffermischung (bestehend aus schwarzem Pfeffer, Orangenschale, Cardamom, Schwarzkümmel und Piment)
  • 6 Tellycherrypfefferkörner
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • ∼2TL Apfelsüße
  • ∼11/2 EL brauner Zucker und etwas zum Karamellisieren der Zwiebeln
  • ∼2 TLSojasauce
  • gemahlener Chili
  • Bourbonvanille
  • Salz

Zubereitung

Zuerst mariniert Ihr den Feta, da er mindestens 12 Stunden, besser 24 Stunden, eingelegt werden muss. Dafür zerteilt Ihr den Feta in kleine Stückchen und schneidet eine Knoblauchzehe klein. Gebt Feta und Knoblauch in ein Gefäß, streut getrockneten Thymian über die Mischung und füllt das ganze mit neutralem Pflanzenöl auf. Stellt das Gefäß verschlossen zum Marinieren in den Kühlschrank.

Für die Zubereitung des Teigs mischt Ihr die im Rezept angegebenen Zutaten und knetet den Teig mindestens 10 Minuten in der Küchenmaschine. Hefeteig verträgt keine Zugluft, damit er also aufgeht, stellt den Teig danach in einer Schüssel an einen warmen Ort, bedeckt ihn mit einem Tuch, und lasst ihm 1 Stunde um zu arbeiten.

In der Zeit, die der Hefeteig benötigt um Form zu gewinnen, wendet Ihr Euch dem Belag zu. Schält dafür die Zwiebeln und schneidet sie in sehr feine Ringe.

Schält die Orangen und schneidet das Fruchtfleisch klein. Schneidet die gewaschenen Äpfel, entkernt sie und gebt sie gemeinsam mit den Orangenstückchen in eine Pfanne. Gebt etwas Öl über das Obst und streut den braunen Zucker darüber. Lasst die Mischung eine Weile köcheln und salzt dann etwas. Löscht mit dem Saft der Zitrone. Streut die Tellycherrypfefferkörner und die Chilifäden ein und gebt zwei Knoblauchzehen (zerhackt) dazu. Wenn die Äpfel beginnen weich zu werden, nehmt die Pfanne vom Herd und püriert die Masse mit einem Pürierstab.

Es ergibt sich eine sämige, leicht breiartige Konsistenz, die Ihr nun durch ein Haarsieb streicht, um Fruchtfasern und eventuell vorkommende Reste von Kernen und Pfeffer zu entfernen. Stellt die gewonnene Essenz bei niedriger Flamme zurück auf den Herd und rührt nun die Sojasauce, etwas getrocknete Chili, die Apfelsüße, 1 Messerspitze Bourbonvanille sowie das Paprikapulver ein. Schmeckt nach eigenem Geschmack mit etwas Salz und der Pfeffermischung ab.Gebt eine feingewürfelte Knoblauchzehe hinzu und püriert die Mischung erneut. Diese schaumige Essenz darf kräftig schmecken, sie wird im Anschluß unter die crème legere gehoben, die den kräftigen Geschmack mildert. Lasst die Essenz nun etwas abkühlen.

Gebt Butter in eine beschichtete Pfanne und bratet die fein geschnittenen Zwiebeln hierin an. Bestreut die Zwiebeln mit etwas braunem Zucker und lasst sie leicht karamellisieren. Salzt die Zwiebelringe leicht und stellt sie beiseite.

Schaut nun nach Eurem Hefeteig. Er sollte aufgegangen und locker sein. Knetet ihn kurz durch, seine Konsistenz darf ruhig etwas klebrig sein (manchmal hilft da noch die Beigabe einer kleinen Menge Wasser), da er dadurch später herrlich saftig ausbackt und nicht zu trocken schmeckt.

Heizt jetzt den Backofen auf 250ºC Ober- und Unterhitze vor.

Kleidet eine klassische, gefetteteTarteform mit dem Teig aus und zieht den Teig am Rand der Form etwas hoch.

Verrührt nun die Essenz mit der crème legere und schmeckt diese erneut ab. Wenn Euer Geschmack getroffen ist, gebt Ihr circa 12 Eßlöffel der Crème auf den Boden der Pissaladière und belegt sie dann mit den angebratenen Zwiebeln. Dekoriert die Pissaladière mit dem eingelegten Thymian-Knoblauch-Feta und den schwarzen Oliven aus.

Schiebt die Pissaladière abschließend in der Tarteform für ca. 20 Minuten auf der untersten Schiene in den Ofen.

Nach der Backzeit erwartet Euch ein himmlischer Genuß. Diese herbstliche Pissaladière verwöhnt Gaumen und Sinne. Ein echtes Herbsthighlight.

Bon appetit…

Tarte flambée, Quiche oder Pissaladière – welche feine Ofenkreation hat hier die Krone verdient?…

Die Krönung französischer Ofenklassiker

Es ist unverkennbar. Der Herbst hat Einzug gehalten. Alle Attribute werden erfüllt: Das goldene Licht, der erste bunte Schimmer auf den Blättern, Pilze sprießen und natürlich auch ein paar Tage, an denen erste Regenperlenschnüre fallen und man sich dabei erwischt, das leise Anklopfen des Herbstblues nicht mehr überhören zu können.

Ich mag den Herbst mit all seinen Facetten. Wenn der Nebel einen sonnigen Tag einleitet, die Eichhörnchen im Garten emsig Nüsse schleppen und in der Luft der Duft von Äpfeln und Moos liegt.

Aber es gibt ja auch graue Tage. Da werkele ich in der Küche, eine Tasse duftenden Kaffee in Reichweite und in der Nase Gewürze, Aromen und vertraute Gerüche. Der Herbst ist für mich Wohlfühlzeit…

Und in dieser Wohlfühlzeit liebe ich es Gerichte zuzubereiten, die ihre finale Perfektion erst durch einen Aufenthalt im Ofen erfahren. So wie tarte flambée, Quiche oder Pissaladière.

Wer sich nun fragt, um welche Art von Ofenkreation es sich bei den vorgenannten französischen Gaumenschmeichlern handelt, dem sei kurz erklärt: Die tarte flambée ist vergleichbar mit einem Flammkuchen, eine Quiche eine herzhafte Variation eines Käsekuchens auf Mürbeteigboden und die Pissaladière eine Form des Zwiebelkuchens.

Sich zwischen diesen zu entscheiden, fällt nicht immer leicht; auch nach häufiger Zubereitung und Genuß dieser doch sehr unterschiedlichen Rezepturen, habe ich zwar Tendenzen bezüglich zweier Variationen, aber auch die dritte schafft es am ein oder anderen Tag immer wieder mich um den Finger zu wickeln…

Es scheint mir, als ob der Herbst und die französische Küche gleichsam ambivalente Eindrücke in mir erwecken und hinterlassen. Die Intensität der Wahrnehmung bezüglich Geschmack, Geruch und Genuss durchdringt und ereicht mich stimmungsbahängig auf unterschiedlichen Emotionsgraden, die dazu führen, dass meine Seele geschmeichelt oder aber banal, mein Hunger gestillt wird…

Im Moment kitzelt mich ein goldener Sonnenstrahl an der Nase und ich fühle meine Emotion flüstern: Am Wochenende sollte es die Pissaladière sein. Eine französische Spezialität, die man vermehrt am Mittelmeer und in Teilen Italiens findet. Saftig, auf einem fantastischen Hefeteig mit herbstlichem Topping.

Der große Unterschied zwischen der Pissaladiére und einer tarte flambèe besteht in der Variation des Belags. Die Pissaladière wird im Regelfall mit einer Mischung aus Zwiebeln und schwarzen Oliven sowie ausgestrichenen Sardellen dekoriert wohingegen die tarte flambée nach individueller Präferenz zu belegen ist. Ich persönlich verzichte auf die Sardellen, sie überfordern meine Geschmacksknospen…

Aber, lasst Euch überraschen. Ich werkele und tüftele an diesem Wochenende an einem herbstlich inspirierten Rezept einer Pissaladière, das ich Euch alsbald hier auf dem Blog zur Verfügung stelle. Falls Ihr schon schwer hungrig geworden seid, beim Gedanken an französische Ofenklassiker, überbrückt die Zeit bis zur Pissaladère doch mit meiner tarte flambée: http://lovelylilleby.com/?p=200 .

Aber auch an alle Freunde der Quiche: Auch diese Spezialität wird ihren Weg in meinen Ofen finden. Sie muß sich nur noch ein klein wenig gedulden…

Ich mach mich auf den Weg, Zutaten für die Pissaladière besorgen. Vollster Vorfreude auf einen herbstlich inspirierten Klassiker der französischen Küche, werde ich losziehen, um die benötigten Zutaten zu besorgen,die mich schon beim Einkaufserlebnis und der Vorbereitung der französischen Königin unter den Ofenhighlights des Herbsts, vollster Genußbereitschaft wissend lächeln lassen, ob des vor mir liegenden Genusses.

Bon appetit…

Eure Lilleby

P.S.: Ein ganz großes Dankeschön an die Jungs der ‚The Roger Cicero Jazz Experience‘: Euer heute erschienenes Album hat mich beim Schreiben dieses Artikels begleitet. Ein großer Wurf, dieses Album! Wie in meiner kreativen Glücksküche finde ich hier Emotion, Gänsehaut, Erinnerungen und viel Perfektion und Liebe zum Detail. So intensiv und berührend. Ihr habt die Krone verdient! Wie der Herbst, den ich so liebe!!! In diesem Sinne: Happy golden weekend!!!